Ddr hymne herunterladen

  • June 18, 2020

Genau einen Monat nach Gründung der DDR, am 7. November 1949, gab es wieder Grund zu feiern: der 32. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution stand. Während der Feierstunde in der Staatsoper stand die erste offizielle Aufführung der neuen Nationalhymne der DDR auf dem Programm. Der Text der Hymne fiel der Begriffsreinigung Anfang der siebziger Jahre zum Opfer. Die Worte “deutsch” und “Deutschland” wurden weitestgehend aus dem offiziellen Wortschatz entfernt. Ohne formellen Beschluss wurde nun der Text der Nationalhymne, in dem die DDR mit keinem Wort erwähnt war, allmählich “vergessen”. Auf offiziellen Anlässen war die Hymne immer seltener mit Text zu hören, in den Musikbüchern waren fortan nur noch die Noten abgedruckt. Die neue Nationalhymne wies aber nicht nur Ähnlichkeit mit dem Deutschlandlied auf, sondern glich in den ersten zehn Tönen genau dem Schlager “Good Bye, Johnny” aus dem Hans-Albers-Film “Wasser für Canitoga”.

Schlagerkomponist Peter Kreuder klagte durch alle Instanzen, doch selbst die Urheberrechtskommission der UNO wies seine Plagiats-Vorwürfe ab. 1976, der Text der Nationalhymne wurde längst nicht mehr gesungen, kam es bei einer Tournee Kreuders durch die DDR zu einem Missverständnis: Das Orchester stimmte die Anfangstakte von “Good Bye, Johnny” an – und das Publikum erhob sich feierlich von den Plätzen. Die neu gegründete DDR brauchte 1949 schnell eine eigene Nationalhymne. In nicht einmal einem Monat schrieben Johannes R. Becher und Hanns Eisler die Hymne “Auferstanden aus Ruinen”. Am 5. November 1949 wurde das Lied vom Ministerrat der DDR zur Nationalhymne erklärt. “Auferstanden aus Ruinen” – Hanns Eisler hat die Nationalhymne der DDR komponiert. Doch wer war der Mann, dessen Lebensweg von Leipzig über Österreich, Dänemark, England, Spanien, die USA schließlich in die DDR führte? Während der Demonstrationen im Herbst 1989 erlangte eine Textzeile der Nationalhymne neue Popularität. “Deutschland, einig Vaterland” schrieben die Demonstranten auf ihre Plakate oder sangen die Worte ironisch zu der Melodie von Eisler. Tatsächlich kam die fast vergessene Nationalhymne in den Monaten zwischen der letzten Volkskammerwahl und der Wiedervereinigung noch einmal zu Ehren und wurde jeden Abend im Radio gespielt.